Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE)

Auch: DVE

Der Deutsche Verband der Ergotherapeuten, kurz DVE, ist ein bundesweiter Berufsverband der Ergotherapie. Er vertritt den Beruf gegenüber Politik und Kostenträgern und gibt fachliche Standards heraus.

Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) ist der Name des bundesweiten Berufsverbands der Ergotherapie in Deutschland. Der Verband vertritt den Beruf gegenüber Politik, Kostenträgern und anderen Gesundheitsberufen, gibt fachliche Standards heraus und berät seine Mitglieder. Die Mitgliedschaft ist freiwillig und für die Berufsausübung ohne Bedeutung; gebräuchlich ist durchgängig die Abkürzung DVE.

Aufgaben und Arbeitsfelder

  • Berufspolitik: Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben, Beteiligung an Verhandlungen zu Rahmenempfehlungen und Verträgen nach § 125 SGB V
  • fachliche Arbeit: Positionspapiere, Mitwirkung an Leitlinien, Fachzeitschrift, Kongresse und Fachtagungen
  • Fort- und Weiterbildungsangebote sowie Fachausschüsse zu einzelnen Arbeitsfeldern
  • Beratung der Mitglieder zu Berufsrecht, Anstellung, Praxisführung und Abrechnung
  • Öffentlichkeitsarbeit und Information für Menschen, die den Beruf ergreifen wollen
  • Anbindung an die europäischen und weltweiten Dachverbände der Ergotherapie

Einordnung

Der Verband ist ein privatrechtlicher Zusammenschluss und keine Behörde. Über die Erlaubnis, die Berufsbezeichnung zu führen, entscheidet die zuständige Landesbehörde nach dem Ergotherapeutengesetz. Über die Zulassung zur Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen entscheiden die Krankenkassen nach § 124 SGB V. Eine Mitgliedschaft ist für beides ohne Bedeutung. Neben dem DVE bestehen weitere Zusammenschlüsse in der Ergotherapie; für die Anerkennung von Abschlüssen, Fortbildungen oder Zusatzqualifikationen ist stets die jeweils zuständige Stelle maßgeblich, nicht ein Verband.

Bedeutung für Ausbildung und Praxis

Für Auszubildende und Studierende ist der Verband vor allem als Informationsquelle relevant: zu Ausbildungs- und Studienwegen, zu fachlichen Positionen und zum Stand von Reformvorhaben, etwa zur Novellierung der Ausbildung, zum Direktzugang oder zur Blankoverordnung. Ermäßigte Mitgliedschaften während der Ausbildung sind üblich; die Konditionen ändern sich und werden hier nicht wiedergegeben. In der Berufspraxis werden die Fachpublikationen für die evidenzbasierte Praxis genutzt, ebenso die Beteiligung des Verbandes an einer Leitlinie. Wer eine eigene Praxis führt, greift auf Musterunterlagen und Rundschreiben zu Abrechnung und Berufsrecht zurück. Für die Berufspolitik ist der Verband der Ort, an dem sich der Beruf zu Reformfragen positioniert; die Ergebnisse dieser Arbeit tauchen später in Verträgen, Richtlinien und Ausbildungsregelungen wieder auf. Wer mitarbeiten möchte, findet Fachausschüsse, Landesverbände und eine eigene Vertretung für Studierende und Auszubildende.

Abgrenzung

Der DVE ist keine Kammer: Es gibt in der Ergotherapie keine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Pflichtmitgliedschaft. Er ist auch keine Gewerkschaft und schließt keine Tarifverträge. Zum allgemeinen Begriff siehe Berufsverband.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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