Glossar Ergotherapie: Fachbegriffe von A bis Z
100 Begriffe
Von der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung über Heilmittelverordnung bis zu den Behandlungskonzepten: Dieses Glossar erklärt die Begriffe, die in Ausbildung, Studium und Berufsalltag der Ergotherapie vorkommen. Jeder Eintrag nennt die Definition, den rechtlichen oder fachlichen Rahmen und die Bedeutung für die Praxis.
A
- Additives Studium Ein additives Studium schließt an eine abgeschlossene Ausbildung an. Die Berufszulassung besteht bereits; das Studium ergänzt sie um einen akademischen Grad und wird häufig …
- ADL-Training ADL-Training ist das ergotherapeutische Üben von Aktivitäten des täglichen Lebens wie Waschen, Ankleiden, Essen oder Haushaltsführung, häufig verbunden mit Hilfsmitteln und Anpassungen des Umfelds.
- Affolter-Modell Das Affolter-Modell ist ein Behandlungsansatz, bei dem Therapeutinnen und Therapeuten die Hände der behandelten Person an einer Alltagshandlung entlangführen, statt Bewegungen sprachlich anzuleiten.
- Anerkennung ausländischer Abschlüsse Anerkennung ausländischer Abschlüsse ist das Verwaltungsverfahren, in dem geprüft wird, ob eine im Ausland abgeschlossene Ausbildung in der Ergotherapie der deutschen gleichwertig ist und …
- Arbeitstherapie Arbeitstherapie bezeichnet ergotherapeutische Angebote, die sich an Anforderungen der Arbeitswelt orientieren. Gearbeitet wird an realen Arbeitsaufträgen in Werkstätten, Küchen, Gärten oder Büros einer Einrichtung.
- Ärztliche Verordnung Die ärztliche Verordnung ist die ärztliche Entscheidung, eine Leistung zu veranlassen, und zugleich das Dokument, das diese Entscheidung festhält. Für Heilmittel bildet sie die …
- Assessment (Ergotherapie) Ein Assessment ist ein strukturiertes Verfahren, mit dem ergotherapeutisch relevante Merkmale erhoben werden, etwa Betätigungsanliegen, Handfunktionen oder kognitive Leistungen. Die Ergebnisse dienen Zielsetzung, Verlaufsmessung …
- Aufnahmevoraussetzungen Aufnahmevoraussetzungen sind die Bedingungen, die für den Beginn einer Ergotherapieausbildung erfüllt sein müssen. Der schulische Zugang steht im Ergotherapeutengesetz, weitere Anforderungen legen die Schulen …
- Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeuten (ErgThAPrV) Die ErgThAPrV ist die bundesrechtliche Verordnung, die Aufbau, Inhalte und Mindeststunden der Ergotherapieausbildung sowie den Ablauf der staatlichen Prüfung regelt. Grundlage ist die Ermächtigung …
- Ausbildungsabbruch Ausbildungsabbruch bezeichnet die Beendigung der Ergotherapieausbildung vor der staatlichen Prüfung. Rechtlich handelt es sich um die Beendigung des Vertrags mit dem Schulträger.
- Ausbildungsintegrierendes Studium Beim ausbildungsintegrierenden Studium laufen die Ausbildung an einer Berufsfachschule und ein Hochschulstudium parallel. Am Ende stehen zwei Abschlüsse: die staatliche Prüfung mit Berufszulassung und …
- Ausbildungsvergütung Ausbildungsvergütung ist eine laufende Zahlung an Auszubildende. Für die schulische Ergotherapieausbildung besteht bislang keine bundeseinheitliche Vergütungsregelung; ob gezahlt wird, richtet sich nach Träger und …
- Ausbildungsvertrag Der Ausbildungsvertrag ist die privatrechtliche Vereinbarung zwischen der Schule für Ergotherapie und den Auszubildenden. Er regelt Dauer, Kosten, Kündigung und die Organisation der praktischen …
B
- Bachelor of Science Ergotherapie Der Bachelor of Science Ergotherapie ist ein erster akademischer Grad, der nach einem hochschulischen Studium im Feld der Ergotherapie verliehen wird. Ob mit ihm …
- Basale Stimulation Basale Stimulation ist ein Konzept zur Begleitung von Menschen mit stark eingeschränkter Wahrnehmungs-, Bewegungs- und Kommunikationsfähigkeit. Es arbeitet mit klar strukturierten Berührungs-, Bewegungs- und …
- Behandlungsdokumentation Die Behandlungsdokumentation umfasst alle Aufzeichnungen zu einem Behandlungsfall: Stammdaten, Verordnungsdaten, Befund, Ziele, Verlaufseinträge und Berichte. Sie ist Arbeitsmittel und Nachweis zugleich.
- Berufsbezeichnungsschutz Berufsbezeichnungsschutz bedeutet, dass die Bezeichnung Ergotherapeutin oder Ergotherapeut nur führen darf, wer eine staatliche Erlaubnis besitzt. Grundlage ist das Ergotherapeutengesetz, das die Erlaubnis an …
- Berufsfachschule für Ergotherapie Eine Berufsfachschule für Ergotherapie ist eine staatlich anerkannte Schule, an der die dreijährige Ausbildung zur Ergotherapeutin oder zum Ergotherapeuten stattfindet. Sie trägt die Gesamtverantwortung …
- Berufshaftpflichtversicherung Die Berufshaftpflichtversicherung deckt Ansprüche Dritter ab, die aus der beruflichen Tätigkeit entstehen können, etwa bei Personen-, Sach- oder Vermögensschäden im Zusammenhang mit einer Behandlung.
- Berufsverband Ein Berufsverband ist der freiwillige Zusammenschluss von Angehörigen eines Berufs zur Vertretung fachlicher und berufspolitischer Interessen. In der Ergotherapie gibt es keine Kammer und …
- Betätigung (Occupation) Betätigung bezeichnet alle Tätigkeiten, die Menschen im Alltag ausführen und denen sie Bedeutung geben: Selbstversorgung, Arbeit, Lernen, Freizeit. Der englische Fachbegriff Occupation meint dasselbe …
- Betriebliches Eingliederungsmanagement Das betriebliche Eingliederungsmanagement ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren des Arbeitgebers nach längerer Arbeitsunfähigkeit. Es klärt, wie die Arbeitsunfähigkeit überwunden und der Arbeitsplatz erhalten werden …
- Blankoverordnung Bei der Blankoverordnung stellt die ärztliche Praxis Diagnose und Indikation, während Auswahl, Dauer und Frequenz der Behandlung bei den zugelassenen Therapeutinnen und Therapeuten liegen.
- Bobath-Konzept Das Bobath-Konzept ist ein Behandlungskonzept der Neurorehabilitation. Es arbeitet mit Lagerung, Führung und alltagsnahen Bewegungsabläufen und zielt darauf ab, Bewegungsmuster anzubahnen.
C
- Canadian Occupational Performance Measure (COPM) Das Canadian Occupational Performance Measure ist ein halbstrukturiertes Interview, mit dem Menschen ihre Anliegen in Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit benennen und die eigene Durchführung …
- Clinical Reasoning Clinical Reasoning bezeichnet das fachliche Denken und Entscheiden im therapeutischen Prozess: wie Therapeutinnen und Therapeuten Informationen ordnen, Hypothesen bilden, Maßnahmen auswählen und ihr Vorgehen …
- Constraint-Induced Movement Therapy Constraint-Induced Movement Therapy ist ein Behandlungsprogramm der neurologischen Rehabilitation für die obere Extremität. Es verbindet die zeitweise Einschränkung der weniger betroffenen Hand mit intensivem …
D
- Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) Der Deutsche Verband der Ergotherapeuten, kurz DVE, ist ein bundesweiter Berufsverband der Ergotherapie. Er vertritt den Beruf gegenüber Politik und Kostenträgern und gibt fachliche …
- Direktzugang Direktzugang bezeichnet den Zugang zu ergotherapeutischer Behandlung ohne vorherige ärztliche Verordnung. In der Versorgung gesetzlich Krankenversicherter ist dieser Weg in Deutschland nicht vorgesehen; berufspolitisch …
- Dokumentationspflicht Die Dokumentationspflicht verpflichtet Behandelnde, den Verlauf einer Behandlung in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang aufzuzeichnen und die Aufzeichnungen aufzubewahren. Für die Ergotherapie folgt sie aus dem …
- Duales Studium Ein duales Studium verbindet ein Hochschulstudium mit einer parallel laufenden Ausbildung. In der Ergotherapie bedeutet das meist Berufsfachschule und Bachelorstudium gleichzeitig, mit zwei Abschlüssen …
E
- ECTS-Punkte ECTS-Punkte sind die Leistungspunkte des europäischen Systems zur Anrechnung von Studienleistungen. Sie messen den Arbeitsaufwand eines Moduls, nicht dessen Bewertung, und machen Studienleistungen zwischen …
- Eignungstest Ein Eignungstest ist das schuleigene Auswahlverfahren vor der Aufnahme in eine Ergotherapieausbildung. Er ist bundesrechtlich nicht vorgeschrieben und wird von den Schulen selbst ausgestaltet.
- Ergotherapeutengesetz Das Ergotherapeutengesetz regelt die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Ergotherapeutin oder Ergotherapeut, die Voraussetzungen dafür und den Rahmen der dreijährigen Ausbildung an staatlich anerkannten …
- Ergotherapeutische Befunderhebung Die ergotherapeutische Befunderhebung klärt zu Beginn einer Behandlungsserie, welche Betätigungen im Alltag eingeschränkt sind und welche Bedingungen dabei zusammenwirken. Aus ihr werden die Behandlungsziele …
- Evidenzbasierte Praxis Evidenzbasierte Praxis bezeichnet ein Vorgehen, das Forschungsliteratur, fachliche Erfahrung und die Anliegen der behandelten Person zusammenführt, um eine Entscheidung im konkreten Fall nachvollziehbar zu …
- Externenprüfung Externenprüfung bezeichnet die Zulassung zu einer Abschlussprüfung ohne vorherige geregelte Ausbildung, gestützt auf Berufspraxis. Für die Ergotherapie sieht das Bundesrecht diesen Weg nicht vor.
F
- Fachhochschulreife Die Fachhochschulreife ist ein schulischer Abschluss, der zum Studium an Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften berechtigt. Sie besteht aus einem schulischen und einem …
- Fachpraktischer Einsatz Ein fachpraktischer Einsatz ist ein zusammenhängender Abschnitt der praktischen Ausbildung in einer Einrichtung. Die ErgThAPrV ordnet diese Einsätze drei Bereichen und drei Altersgruppen zu.
- Fallbesprechung Die Fallbesprechung ist ein strukturiertes Gespräch über einen konkreten Behandlungsfall. Befund, Ziele, Verlauf und offene Fragen werden vorgestellt und im Team eingeordnet, das Ergebnis …
- Fernstudium Ergotherapie Fernstudium Ergotherapie bezeichnet Studiengänge, die überwiegend ortsunabhängig stattfinden. Die Berufszulassung entsteht daraus nicht; die Angebote richten sich an bereits ausgebildete Fachkräfte.
- Forced Use Forced Use ist ein Vorgehen der neurologischen Rehabilitation, bei dem der Gebrauch der weniger betroffenen Extremität zeitweise eingeschränkt wird, damit die betroffene Seite in …
- Freiberuflichkeit Freiberuflichkeit bezeichnet die selbstständige Berufsausübung außerhalb eines Anstellungsverhältnisses. Ergotherapie zählt zu den Heilberufen, die steuerlich in der Regel den freien Berufen zugeordnet werden.
- Frühförderung Frühförderung ist ein System von Leistungen für Kinder von der Geburt bis zur Einschulung, bei denen eine Behinderung besteht oder droht. Sie verbindet heilpädagogische …
G
- Gelenkschutz Gelenkschutz bezeichnet Prinzipien der Belastungsverteilung und Bewegungsführung im Alltag. In der Ergotherapie werden sie beraten, an konkreten Handlungen eingeübt und mit Hilfsmitteln verbunden.
- Geriatrische Ergotherapie Geriatrische Ergotherapie ist das Arbeitsfeld der Ergotherapie mit älteren Menschen, häufig bei mehreren gleichzeitig bestehenden Erkrankungen. Bezugspunkte sind Selbstversorgung, Wohnumfeld und Teilhabe am sozialen …
- Graded Motor Imagery Graded Motor Imagery ist ein gestuftes Vorgehen aus der Schmerzrehabilitation. Es besteht aus dem Erkennen von Links und Rechts, der reinen Bewegungsvorstellung und der …
H
- Handrehabilitation Handrehabilitation umfasst die Nachbehandlung von Verletzungen und Erkrankungen der Hand und des Armes. Sie folgt ärztlichen Nachbehandlungsvorgaben, weil Belastbarkeit und Bewegungsfreigaben vom Heilungsverlauf abhängen.
- Handtherapie Handtherapie ist ein spezialisiertes Arbeitsfeld der Ergotherapie und Physiotherapie. Sie umfasst die therapeutische Nachbehandlung von Verletzungen und Erkrankungen an Hand und Arm, einschließlich der …
- Hausbesuch Der Hausbesuch ist die ergotherapeutische Behandlung außerhalb der Praxisräume, etwa in der Wohnung oder in einer Einrichtung. Er muss auf der Heilmittelverordnung ausdrücklich angegeben …
- Heilmittel-Richtlinie Die Heilmittel-Richtlinie regelt, unter welchen Voraussetzungen Heilmittel zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Für die Ergotherapie bestimmt sie Form und Gültigkeit der Verordnung, Mengen, …
- Heilmittelkatalog Der Heilmittelkatalog ist der zweite Teil der Heilmittel-Richtlinie. Er ordnet Diagnosegruppen die verordnungsfähigen Heilmittel zu und nennt Höchstmenge je Verordnung, orientierende Behandlungsmenge und Frequenz.
- Heilmittelverordnung Die Heilmittelverordnung ist das ärztliche Formular, mit dem Ergotherapie zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung veranlasst wird. Sie legt Art, Menge und Frequenz der Behandlung fest.
- Heilmittelwerbegesetz Das Heilmittelwerbegesetz setzt Grenzen für die Werbung mit Arzneimitteln, Medizinprodukten und Behandlungsverfahren. Es untersagt irreführende Angaben und zählt Werbeformen auf, die außerhalb der Fachkreise …
- Hilfsmittelversorgung Hilfsmittelversorgung umfasst Bedarfserhebung, Erprobung, Anpassung und Einweisung bei Gegenständen, die eine Behinderung ausgleichen sollen. Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten wirken fachlich mit, verordnen Hilfsmittel jedoch nicht …
- Hirnleistungstraining Hirnleistungstraining ist ein ergotherapeutisches Heilmittel, das an kognitiven Leistungen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Orientierung und Handlungsplanung ansetzt und darauf zielt, Alltagsanforderungen wieder bearbeitbar zu machen.
- Hochschulzugangsberechtigung Die Hochschulzugangsberechtigung ist der Nachweis, der zur Aufnahme eines Studiums berechtigt. Sie wird schulisch erworben oder über eine berufliche Qualifikation zuerkannt; die Einzelheiten regeln …
I
- ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit) Die ICF ist die Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation für Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit. Sie beschreibt Gesundheit über Aktivitäten, Teilhabe und Kontextfaktoren statt über die Diagnose …
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit Interdisziplinäre Zusammenarbeit bezeichnet das abgestimmte Vorgehen mehrerer Berufsgruppen an einem gemeinsamen Fall. In der Ergotherapie ist sie in Klinik, Rehabilitation und Eingliederungshilfe der Regelfall.
K
- Kassenzulassung Kassenzulassung ist die übliche Bezeichnung für die Zulassung als Heilmittelerbringer nach § 124 SGB V. Ohne sie können ergotherapeutische Leistungen nicht zulasten der gesetzlichen …
- Klientenzentrierung Klientenzentrierung ist die Grundhaltung, die Behandlung an den Anliegen, Werten und Lebensumständen der behandelten Person auszurichten. Sie bestimmt in der Ergotherapie, wer die Ziele …
- Kognitives Training Kognitives Training ist der Oberbegriff für Übungsangebote, die an Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Handlungsplanung und Problemlösen ansetzen. In der Ergotherapie steht dabei der Bezug zu Alltagshandlungen …
L
- Langfristiger Heilmittelbedarf Langfristiger Heilmittelbedarf bezeichnet im Recht der gesetzlichen Krankenversicherung den Fall, dass eine schwere und dauerhafte Beeinträchtigung Heilmittel über einen langen Zeitraum erfordert. § 32 …
- Leitlinie Eine Leitlinie ist eine systematisch entwickelte Empfehlung von Fachgesellschaften zur Versorgung bei einem bestimmten Krankheitsbild. Sie beschreibt einen fachlichen Handlungskorridor und ist rechtlich nicht …
M
- Master of Science Ergotherapie Der Master of Science in der Ergotherapie ist ein zweiter berufsqualifizierender Hochschulabschluss. Er setzt ein abgeschlossenes Bachelorstudium voraus und vertieft Forschungsmethodik, Versorgungsforschung, Lehre oder …
- Medizinische Rehabilitation Medizinische Rehabilitation ist ein eigener Leistungsbereich des Sozialrechts. Sie setzt nach oder neben der Akutbehandlung an und richtet sich auf Funktionsfähigkeit und Teilhabe im …
- Modellstudiengang Ein Modellstudiengang Ergotherapie ist ein hochschulischer Studiengang, der auf der inzwischen ausgelaufenen Modellklausel des Ergotherapeutengesetzes beruht. Der Abschluss führte zur Erlaubnis, die Berufsbezeichnung zu …
- Motorisch-funktionelle Behandlung Die motorisch-funktionelle Behandlung ist ein ergotherapeutisches Heilmittel des Heilmittelkatalogs. Sie arbeitet an Bewegung, Kraftdosierung und Koordination und zielt auf Handlungen des Alltags und des …
N
- Nachteilsausgleich Nachteilsausgleich bezeichnet die Anpassung von Prüfungs- und Ausbildungsbedingungen für Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung. Die fachlichen Anforderungen bleiben gleich, verändert werden die Bedingungen.
- Neurologische Ergotherapie Neurologische Ergotherapie ist das Arbeitsfeld der Ergotherapie bei Erkrankungen und Verletzungen des Nervensystems. Sie richtet sich auf Betätigungen des Alltags, auf Hilfsmittel und auf …
- Numerus Clausus Numerus clausus bezeichnet eine Zulassungsbeschränkung: Übersteigt die Zahl der Bewerbungen die Zahl der Studienplätze, entscheidet ein Auswahlverfahren über die Vergabe. Der NC-Wert entsteht dabei …
O
- Onkologische Ergotherapie Onkologische Ergotherapie ist die ergotherapeutische Arbeit mit Menschen, die an einer Krebserkrankung erkrankt sind oder eine Behandlung hinter sich haben. Sie ist ein Arbeitsfeld …
P
- Pädiatrische Ergotherapie Pädiatrische Ergotherapie ist das ergotherapeutische Arbeitsfeld mit Kindern und Jugendlichen. Sie setzt an den Betätigungen des Kindesalters an und wird auf ärztliche Verordnung oder …
- Palliativversorgung Palliativversorgung ist die Begleitung von Menschen mit einer fortschreitenden, nicht heilbaren Erkrankung. Ergotherapie wirkt darin im multiprofessionellen Team mit und setzt an den Betätigungen …
- Perfetti-Konzept Das Perfetti-Konzept ist ein Behandlungskonzept der Neurorehabilitation. Es arbeitet mit Aufgaben zur Unterscheidung von Tastreizen und zielt darauf ab, Bewegung über Wahrnehmung und Aufmerksamkeit …
- Praktische Ausbildung Die praktische Ausbildung ist der in Einrichtungen abgeleistete Teil der Ergotherapieausbildung. Sie umfasst nach Anlage 1 der ErgThAPrV 1.700 Stunden und verteilt sich auf …
- Praxisanleitung Praxisanleitung ist die fachliche Begleitung von Auszubildenden während der praktischen Ausbildung durch erfahrene Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten in der Einrichtung, abgestimmt mit der Schule.
- Praxisgründung Praxisgründung bezeichnet den Aufbau einer eigenen ergotherapeutischen Praxis. Sie setzt die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung voraus; für die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen …
- Praxissemester Ein Praxissemester ist eine zusammenhängende, curricular eingebundene Praxisphase im Studium. Studierende arbeiten in einer Einrichtung mit, werden dabei angeleitet und erhalten für die Phase …
- Primärqualifizierendes Studium Ein primärqualifizierendes Studium führt selbst zur Berufszulassung: Die berufsqualifizierende Ausbildung findet an der Hochschule statt, eine getrennte schulische Ausbildung entfällt. Grundlage war die Modellklausel …
- Psychiatrische Ergotherapie Psychiatrische Ergotherapie ist das Arbeitsfeld der Ergotherapie in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Im Mittelpunkt stehen Betätigungen des Alltags wie Tagesstruktur, Selbstversorgung …
- Psychisch-funktionelle Behandlung Die psychisch-funktionelle Behandlung ist ein ergotherapeutisches Heilmittel des Heilmittelkatalogs. Sie arbeitet handlungsorientiert an Tagesstruktur, Selbstwahrnehmung, Kontaktfähigkeit und Belastbarkeit.
Q
- Qualitätsmanagement Qualitätsmanagement bezeichnet die geregelten Abläufe, mit denen eine Praxis oder Einrichtung ihre Leistungen plant, dokumentiert und überprüft. Dazu zählen festgelegte Prozesse, Zuständigkeiten, Nachweise und …
R
- Regelstudienzeit Die Regelstudienzeit ist die in der Prüfungsordnung festgelegte Zahl an Semestern, in der ein Studiengang bei durchschnittlichem Verlauf abgeschlossen werden kann. Sie dient der …
S
- Schienenbau Schienenbau bezeichnet die individuelle Herstellung und Anpassung von Schienen aus thermoplastischem Material, meist für Hand und Arm, auf ärztliche Vorgabe im Rahmen einer ergotherapeutischen …
- Schulbegleitung Schulbegleitung ist eine personenbezogene Assistenzleistung der Eingliederungshilfe, die Kindern und Jugendlichen mit Behinderung den Schulbesuch ermöglichen soll. Sie wird im Unterricht und im Schulalltag …
- Schulgeld Schulgeld ist der Beitrag, den Auszubildende an einer Schule für die Ausbildung zahlen. In der Ergotherapie fällt es vor allem an Schulen in privater …
- Schulgeldfreiheit Schulgeldfreiheit liegt vor, wenn für den Besuch einer Schule für Ergotherapie kein Schulgeld anfällt, weil der Träger die Kosten anders deckt oder ein Land …
- Schweigepflicht Die Schweigepflicht verpflichtet Angehörige der Heilberufe, Informationen aus der Behandlung nicht unbefugt an Dritte weiterzugeben. Für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten folgt sie aus § 203 …
- Sensomotorisch-perzeptive Behandlung Die sensomotorisch-perzeptive Behandlung ist ein ergotherapeutisches Heilmittel des Heilmittelkatalogs. Sie arbeitet mit abgestuften Sinnesreizen und Bewegungsangeboten und zielt darauf ab, die Verbindung von Wahrnehmung …
- Sensorische Integrationstherapie Die sensorische Integrationstherapie ist ein Behandlungskonzept aus der Pädiatrie. Sie arbeitet mit abgestuften Bewegungs- und Sinnesangeboten und zielt darauf ab, die Ordnung von Sinnesreizen …
- Soziales Kompetenztraining Soziales Kompetenztraining ist ein strukturiertes Übungsverfahren, das alltägliche soziale Situationen zum Gegenstand der Behandlung macht. Es wird überwiegend in der psychiatrischen Ergotherapie eingesetzt, meist …
- Spiegeltherapie Spiegeltherapie ist ein Verfahren der Neurorehabilitation. Ein Spiegel in der Körpermitte zeigt die Bewegung der nicht betroffenen Seite an der Stelle der betroffenen und …
- Staatliche Prüfung Die staatliche Prüfung schließt die Ergotherapieausbildung ab. Sie besteht nach der ErgThAPrV aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil und wird an …
T
- Teilhabe Teilhabe beschreibt das Einbezogensein einer Person in ihre Lebensbereiche, von Wohnen und Arbeit über Schule bis zur Freizeit. In der Ergotherapie ist Teilhabe die …
- Therapiebericht Der Therapiebericht ist die schriftliche Rückmeldung der Praxis an die verordnende Ärztin oder den verordnenden Arzt. Er fasst Ausgangsbefund, Ziele, eingesetzte Maßnahmen und den …
V
- Verlaufsdokumentation Die Verlaufsdokumentation ist die fortlaufende Aufzeichnung der einzelnen Behandlungseinheiten einer Verordnungsserie. Sie hält Datum, Inhalt, Vorgehen und Beobachtungen fest und ordnet den Verlauf den …
- Verordnungsfähigkeit Verordnungsfähigkeit beschreibt, ob eine Maßnahme zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden darf. Maßstab sind § 32 SGB V, die Heilmittel-Richtlinie und der darin enthaltene …
- Vollzeit- und Teilzeitausbildung Vollzeit- und Teilzeitausbildung bezeichnen zwei Organisationsformen derselben Ausbildung. Die Mindeststunden nach der ErgThAPrV sind identisch; in Teilzeit verteilen sie sich auf einen längeren Zeitraum.
Z
- Zulassung nach § 124 SGB V § 124 SGB V regelt, wer Heilmittel zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgeben darf. Die Zulassung erteilen die Landesverbände der Krankenkassen und die Ersatzkassen auf …