Constraint-Induced Movement Therapy

Auch: CIMT, Taubsches Training, Bewegungsinduktionstherapie

Constraint-Induced Movement Therapy ist ein Behandlungsprogramm der neurologischen Rehabilitation für die obere Extremität. Es verbindet die zeitweise Einschränkung der weniger betroffenen Hand mit intensivem Üben und einem Transferpaket.

Constraint-Induced Movement Therapy, kurz CIMT, ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm der neurologischen Rehabilitation für die obere Extremität. Es verbindet drei Bestandteile: die zeitweise Einschränkung der weniger betroffenen Hand, ein sehr umfangreiches Üben mit der betroffenen Hand und ein Bündel von Maßnahmen zur Übertragung in den Alltag.

Aufbau des Programms

  • Restriktion: Handschuh, Schlinge oder Schiene an der weniger betroffenen Hand für einen vereinbarten Anteil der Wachzeit
  • Aufgabenorientiertes Üben: gestufte Aufgaben (Shaping) und wiederholte Alltagsaufgaben über mehrere Stunden am Tag
  • Transferpaket: Absprachen zum Üben zu Hause, Tagebücher, Aufgaben für den Alltag und Angehörigenberatung

Klassische Programme laufen über wenige Wochen mit täglichen Einheiten. Weil dieser Umfang im ambulanten Alltag selten darstellbar ist, sind modifizierte Formen verbreitet, die dieselben Bestandteile mit geringerer Intensität über einen längeren Zeitraum verteilen.

Voraussetzungen und Einordnung

Vorausgesetzt werden eine aktive Restbeweglichkeit in Handgelenk und Fingern sowie ausreichende Belastbarkeit und Absprachefähigkeit. Eine eigene Position im Heilmittelkatalog hat CIMT nicht; in der vertragsärztlichen Versorgung werden die Inhalte im Rahmen der motorisch-funktionellen Behandlung erbracht, die nach § 32 SGB V und der Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses verordnet wird. Ob das Programm im Einzelfall angezeigt ist, entscheidet die ärztliche Verordnung gemeinsam mit der therapeutischen Einschätzung. Umfang und Tragezeit werden an Belastbarkeit, Schmerzen und Sturzrisiko angepasst.

Bedeutung für Ausbildung und Praxis

In der Ausbildung nach der ErgThAPrV zählt CIMT zu den neurologischen Behandlungsverfahren und wird meist im fachpraktischen Einsatz in einer Rehabilitationsklinik beobachtet. Dort zeigt sich, wie viel Organisation dahintersteht: Aufgaben auswählen und stufen, Tragezeiten festlegen, Angehörige einbeziehen, den Verlauf messen. Als Verlaufsmaße kommen standardisierte Assessments zum Einsatz. CIMT dient im Unterricht häufig als Beispiel dafür, wie evidenzbasierte Praxis im Berufsalltag aussieht: Studienlage, Ressourcen der Einrichtung und Ziele der behandelten Person werden zusammengeführt.

Abgrenzung

Forced Use bezeichnet allein die Einschränkung der weniger betroffenen Seite und ist damit ein Bestandteil, nicht das Gesamtprogramm. Ein pauschaler Vergleich der neurologischen Verfahren untereinander lässt sich nicht ziehen; die Auswahl richtet sich nach Befund, Zielsetzung und den Rahmenbedingungen der Einrichtung.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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