Master of Science Ergotherapie

Auch: M.Sc. Ergotherapie, Masterstudium Ergotherapie

Der Master of Science in der Ergotherapie ist ein zweiter berufsqualifizierender Hochschulabschluss. Er setzt ein abgeschlossenes Bachelorstudium voraus und vertieft Forschungsmethodik, Versorgungsforschung, Lehre oder Leitungsaufgaben.

Der Master of Science in der Ergotherapie ist ein zweiter berufsqualifizierender Hochschulabschluss. Er baut auf einem ersten Studienabschluss auf und vertieft wissenschaftliche Methodik sowie ein fachliches Profil, etwa Versorgungsforschung, Fachdidaktik oder Leitung. Die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung entsteht aus dem Master nicht.

Einordnung

Masterstudiengänge richten sich nach dem Hochschulrecht der Länder und werden akkreditiert. Unterschieden werden konsekutive Programme, die inhaltlich unmittelbar auf einen Bachelor aufbauen, und weiterbildende Programme, die Berufserfahrung voraussetzen. Der Umfang wird in ECTS-Punkten ausgewiesen; Bachelor und Master zusammen ergeben in der Regel 300 ECTS-Punkte. Die Regelstudienzeit im Vollzeitstudium liegt entsprechend bei zwei bis vier Semestern, berufsbegleitende Varianten dauern länger. Die Berufserlaubnis folgt weiterhin § 2 ErgThG und damit der abgeschlossenen Ausbildung mit bestandener staatlicher Prüfung.

Typische Inhalte

  • Forschungsmethoden, Statistik und Studiendesign
  • Assessments, Outcome-Messung und evidenzbasierte Praxis
  • Versorgungsforschung, Gesundheitssystem und Rehabilitationswissenschaft
  • Fachdidaktik für Lehre an Schulen und Hochschulen
  • Führung, Qualitätsentwicklung und Projektarbeit
  • Masterarbeit mit eigener empirischer oder theoretischer Fragestellung

Die Programme unterscheiden sich stark im Profil. Ein forschungsorientierter Master legt den Schwerpunkt auf Methodik und wissenschaftliches Arbeiten, ein didaktisch ausgerichteter Master bereitet auf Lehre an Berufsfachschulen und Hochschulen vor, ein Managementprofil auf Leitungsaufgaben in Kliniken, Praxen und Verbänden. Manche Studiengänge sind auf die Ergotherapie zugeschnitten, andere fassen mehrere Therapieberufe zusammen oder sind interprofessionell angelegt. Der Modulplan zeigt, welcher Anteil auf Methodik, welcher auf Fachinhalte und welcher auf Wahlbereiche entfällt.

Bedeutung für die berufliche Laufbahn

Der Master ist die formale Voraussetzung für eine Promotion und für Tätigkeiten in Forschung und Hochschullehre. In der Versorgung werden Masterabschlüsse in Leitungs-, Qualitäts- und Projektfunktionen nachgefragt, die Ausgestaltung liegt beim jeweiligen Arbeitgeber. Am Leistungs- und Abrechnungsrecht ändert der Abschluss nichts: Ergotherapie bleibt ein Heilmittel, das nach ärztlicher Verordnung erbracht wird. Wer nach der Ausbildung einsteigt, geht meist über ein additives Studium zum Bachelor und von dort zum Master; wer bereits einen Bachelor of Science hat, bewirbt sich direkt. Zugangsbedingungen und Bewerbungsfristen legen die Hochschulen fest. Häufig verlangt werden ein Bachelorabschluss mit einer festgelegten Mindestzahl an ECTS-Punkten, ein einschlägiges Fachprofil und bei weiterbildenden Programmen ein Nachweis über Berufspraxis. Ob ein Abschluss als einschlägig gilt, entscheidet der Prüfungsausschuss der Hochschule im Einzelfall, teilweise verbunden mit der Auflage, einzelne Module nachzuholen.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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