Handrehabilitation

Auch: Rehabilitation der Hand, Handtherapeutische Nachbehandlung

Handrehabilitation umfasst die Nachbehandlung von Verletzungen und Erkrankungen der Hand und des Armes. Sie folgt ärztlichen Nachbehandlungsvorgaben, weil Belastbarkeit und Bewegungsfreigaben vom Heilungsverlauf abhängen.

Handrehabilitation umfasst die Nachbehandlung von Verletzungen und Erkrankungen der Hand und des Armes. Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten arbeiten dabei eng entlang der ärztlichen Nachbehandlungsvorgaben, weil Belastbarkeit, Bewegungsausmaß und Zeitpunkt der Freigabe vom Heilungsverlauf des Gewebes abhängen. Das Arbeitsfeld verbindet handwerkliches Können mit genauer Befunderhebung.

Kennzeichnend ist die Arbeit mit Zeitfenstern. Nach einer Sehnennaht oder einer Versorgung mit Platten und Schrauben geben Nachbehandlungsschemata vor, ab wann welche Bewegung freigegeben ist und welche Belastung noch untersagt bleibt. Diese Vorgaben stammen aus der operierenden Abteilung; bei Unklarheiten gehört die Rückfrage dort zum üblichen Ablauf.

Einsatzorte und Anlässe

Gearbeitet wird in handchirurgischen Abteilungen, in Kliniken der gesetzlichen Unfallversicherung, in Rehabilitationszentren und in Praxen mit entsprechendem Schwerpunkt. Anlässe sind unter anderem Frakturen, Sehnen- und Nervenverletzungen, Amputationen und Replantationen, Verbrennungen, Engpasssyndrome, Arthrose und entzündlich-rheumatische Erkrankungen. Nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten trägt die gesetzliche Unfallversicherung die Leistungen zur Heilbehandlung und Teilhabe; die Grundlagen stehen in § 26 SGB VII, das Verfahren steuert dort der Unfallversicherungsträger. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgt die Behandlung auf ärztliche Heilmittelverordnung, meist als motorisch-funktionelle Behandlung.

Typische Inhalte

  • Befund mit Messung von Beweglichkeit, Kraft, Sensibilität und Umfang
  • Ödem- und Narbenbehandlung nach ärztlicher Vorgabe
  • Anfertigen und Anpassen von Schienen
  • Anbahnung von Greifformen und Bewegungsabläufen des Alltags
  • Gelenkschutz und Hilfsmittel bei entzündlichen Erkrankungen
  • stufenweiser Belastungsaufbau bis hin zu beruflichen Anforderungen

Bedeutung für Ausbildung und Praxis

Anatomie der Hand, Wundheilung und Schienenbau gehören zum Unterricht und werden im Werkraum praktisch geübt. Für die Vertiefung bestehen strukturierte Weiterbildungen zur Handtherapeutin oder zum Handtherapeuten, die über mehrere Jahre angelegt sind, Berufserfahrung voraussetzen und mit einer Prüfung abschließen. Im Berufsalltag ist die Abstimmung mit Handchirurgie und Physiotherapie eng getaktet, weil Nachbehandlungspläne an feste Zeitfenster gebunden sind. Dokumentierte Messwerte sind hier besonders wichtig, da sie den Verlauf über Wochen abbilden und in die Berichte an die verordnende Praxis eingehen.

Der handwerkliche Anteil ist in diesem Feld hoch: Schienen werden aus thermoplastischem Material angefertigt, angepasst und im Verlauf mehrfach geändert. Dazu kommen Messinstrumente wie Goniometer, Dynamometer und Monofilamente, deren Handhabung geübt sein muss, weil die erhobenen Werte in Berichte und in Stellungnahmen gegenüber den Kostenträgern eingehen. Zur Ausstattung einer Praxis mit diesem Schwerpunkt gehören entsprechende Materialien und Geräte; die Anforderungen sind in den Verträgen der Kostenträger beschrieben.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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