Palliativversorgung

Auch: Palliativmedizin, Palliative Care

Palliativversorgung ist die Begleitung von Menschen mit einer fortschreitenden, nicht heilbaren Erkrankung. Ergotherapie wirkt darin im multiprofessionellen Team mit und setzt an den Betätigungen an, die der Person wichtig sind.

Palliativversorgung begleitet Menschen mit einer fortschreitenden Erkrankung, deren Behandlung nicht mehr auf Heilung ausgerichtet ist. Sie ist ein Versorgungsbereich und kein einzelnes Verfahren. Ergotherapie wirkt darin als Teil eines multiprofessionellen Teams mit und setzt an den Betätigungen an, die für die betroffene Person in der verbleibenden Zeit Bedeutung haben. Angehörige sind regelmäßig einbezogen.

Rechtlicher Rahmen

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung ist in § 37b SGB V geregelt; sie wird von multiprofessionellen Teams erbracht und ärztlich verordnet. Die Förderung stationärer Hospize und ambulanter Hospizdienste richtet sich nach § 39a SGB V. Daneben steht die allgemeine ambulante Palliativversorgung durch Haus- und Facharztpraxen sowie Pflegedienste. Ergotherapeutische Leistungen werden in diesem Feld entweder auf Heilmittelverordnung nach § 32 SGB V erbracht oder als Leistung der Einrichtung, in der das Team arbeitet. Welche Konstellation greift, hängt vom Träger und vom Versorgungsvertrag ab.

Aufgaben der Ergotherapie

  • Betätigungsanliegen erheben und gemeinsam mit der Person gewichten
  • Positionierung im Bett und im Sitzen, Beratung zu Transfers und Lagewechsel
  • Versorgung mit Hilfsmitteln und Anpassung des Wohnraums
  • Energiemanagement und Tagesstrukturierung bei wechselnder Belastbarkeit
  • Anleitung und Beratung von Angehörigen und Pflegekräften
  • Unterstützung bei Kommunikation und bei persönlich bedeutsamen Vorhaben

Ziel der Behandlung ist es, Handlungsmöglichkeiten so lange wie möglich offenzuhalten und den Alltag an veränderte Kräfte anzupassen. Die Ziele werden in kurzen Abständen überprüft, weil sich der Zustand rasch ändern kann.

Bedeutung für Ausbildung und Praxis

In der Ausbildung wird das Feld über Innere Medizin, Psychologie und Gesprächsführung berührt; vertieft wird es meist in Fortbildungen nach dem Berufsabschluss. Berufstätige begegnen ihm auf Palliativstationen, in stationären Hospizen, in Teams der spezialisierten ambulanten Versorgung, in der Geriatrie, in Pflegeeinrichtungen und beim Hausbesuch. Kennzeichnend sind kurze Behandlungszeiträume, schwankende Belastbarkeit und häufige Zielanpassung. Weil die Arbeit belastend sein kann, gehören Fallbesprechung und Supervision in diesem Feld zum Alltag. Fachlich verlangt das Feld eine sichere Befunderhebung in kurzer Zeit, Kenntnis der Hilfsmittelversorgung und Erfahrung in der Beratung von Angehörigen. Fortbildungen zur Palliativversorgung stehen Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten offen und werden in vielen Einrichtungen vorausgesetzt.

Abgrenzung

Palliativversorgung ist nicht auf die letzten Lebenstage beschränkt; sie kann über lange Zeiträume neben einer krankheitsspezifischen Behandlung laufen. Sterbebegleitung ist ein Teil davon, nicht das Ganze. Von der onkologischen Ergotherapie unterscheidet sie sich durch den Versorgungsauftrag: Diese ist an eine Erkrankungsgruppe gebunden, jene an eine Krankheitsphase.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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