ADL-Training

Auch: Selbsthilfetraining, Training der Aktivitäten des täglichen Lebens

ADL-Training ist das ergotherapeutische Üben von Aktivitäten des täglichen Lebens wie Waschen, Ankleiden, Essen oder Haushaltsführung, häufig verbunden mit Hilfsmitteln und Anpassungen des Umfelds.

ADL-Training steht für das Üben von Aktivitäten des täglichen Lebens; die Abkürzung geht auf den englischen Begriff Activities of Daily Living zurück. Geübt wird möglichst in der realen Situation und mit den Gegenständen, die auch sonst benutzt werden. Das Training zielt darauf ab, Handlungsabläufe wieder anzubahnen oder so umzubauen, dass sie mit den vorhandenen Möglichkeiten gelingen können.

Basale und instrumentelle Aktivitäten

BereichBeispiele
Basale AktivitätenWaschen, Ankleiden, Essen und Trinken, Toilettengang, Transfers
Instrumentelle AktivitätenEinkaufen, Kochen, Haushalt, Wäsche, Geldgeschäfte, Nutzung von Verkehrsmitteln
UmfeldWohnraumanpassung, Hilfsmittel, Anleitung von Angehörigen

Vorgehen

Am Anfang steht die Befunderhebung, oft mit standardisierten Verfahren und mit dem COPM, das die Prioritäten der behandelten Person erfasst. Daraus entstehen Ziele, die sich auf konkrete Handlungen beziehen. Geübt wird der Ablauf in Teilschritten, mit veränderten Bewegungsstrategien, mit Hilfsmitteln oder mit angepasster Umgebung. Die Hilfsmittelversorgung wird erprobt, bevor sie beantragt wird.

Ob ein Ablauf geübt, verändert oder durch ein Hilfsmittel ersetzt wird, ergibt sich aus Befund und Zielsetzung. Oft werden mehrere Wege nebeneinander erprobt und in der gewohnten Umgebung überprüft, etwa im Rahmen eines Hausbesuchs. Angehörige werden angeleitet, damit die vereinbarte Vorgehensweise auch außerhalb der Therapiezeit gleich bleibt.

Einordnung und Einsatzfelder

ADL-Training ist keine eigene Position im Heilmittelkatalog, sondern Bestandteil verordneter Behandlungen, etwa der motorisch-funktionellen oder der sensomotorisch-perzeptiven Behandlung. Eingesetzt wird es unter anderem nach einem Schlaganfall, nach Amputationen, bei Multipler Sklerose, in der geriatrischen Ergotherapie und in der Rehabilitation nach Verletzungen. Ob die Maßnahme im Einzelfall angezeigt ist, entscheidet die ärztliche Verordnung gemeinsam mit der therapeutischen Einschätzung.

Bedeutung für die Ausbildung

Der Unterricht ordnet das ADL-Training den Grundlagen der Ergotherapie sowie den adaptierenden Verfahren nach der Anlage 1 zur ErgThAPrV zu. In der praktischen Ausbildung gehört es zu den ersten Aufgaben, die Auszubildende eigenständig übernehmen, weil sich Handlungsabläufe gut beobachten und in Teilschritte zerlegen lassen. Der Bezug zur Betätigung macht das Training zu einem Kernstück des Berufsverständnisses.

Geübt wird im Unterricht auch der Perspektivwechsel: Handlungen werden mit eingeschränkter Beweglichkeit oder mit verbundenen Augen ausgeführt, um Abläufe in Teilschritte zu zerlegen. Für die Prüfung ist wichtig, dass Ziele in Handlungen beschrieben werden, nicht in Funktionswerten allein.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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